News
Kommentare 2

Warum kein Osterurlaub?

Ich bin ja nur der Mitfahrer und tagesaktuelle Themen gibt es hier im Blog eigentlich auch nicht. Dennoch hat mich die aktuelle Diskussion rund um die Corona-Maßnahmen und die Lockerungen der Maßnahmen dazu bewegt, jetzt etwas zu schreiben.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer wird mit der Aussage „Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen. Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben“ aus der BamS in vielen Medien zitiert.

Da stellt sich mir die Frage: Warum nicht? Was spricht dagegen Wohnmobilstellplätze und Campingplätze zu öffnen?

Meiner Meinung nach wäre nach der letzten MinisterpräsidentInnenkonferenz die ehrlichere Aussage gewesen: Wir verlängern die Lockdown nicht bis zum 14. März sondern bis zum Beginn der Biergartensaison am 1. Mai, wenn sich das soziale Leben zunehmend im Freien abspielt.

Mir erschließt es sich ohnehin nicht, dass aktuell Wohnmobilstellplätze geschlossen sind. Die Gastronomie ist geschlossen und ob ich jetzt an meinem Heimartort oder sonst wo in einem Supermarkt Lebensmittel einkaufen gehe, ändert an dem Infektionsrisiko nichts.

Wie gesagt, ich bin nur Mitfahrer und Laie und habe wenig Ahnung davon, was auf Stell- und Campingplätzen an „Party“ gemacht wird. Als wir auf der Anreise zum Werner-Rennen waren, kamen wir abends auf dem Stellplatz Sülzwiesen in Lüneburg an und hatten dann noch 2-3 Biers mit unseren Stellplatznachbarn getrunken. Wir saßen vor unserem WoMo und die Nachbarn vor ihrem mit 3-4m Abstand. Wo ist da ein Infektionsrisiko?

Ich kann nicht in die Glaskugel schauen, aber ich gehe davon aus, dass die Gastronomie und Hotels für touristische Zwecke nicht vor Mai öffnen dürfen. Zur Bekämpfung der Pandemie ist die Reduzierung der Kontakte wichtig. Wo gibt es Gruppenkuscheln und eine erhöhte Anzahl der Kontakte bei Wohnmobilstellplätzen oder Ferienwohnungen?

Ich würde alle Reisen und Übernachtungsmöglichkeiten innerhalb Deutschlands sofort erlauben, die autark und auf Selbstversorgung ausgelegt sind. Wie gesagt, ob ich an Ort A oder Ort B in einen Supermarkt gehe, verändert am Infektionsrisiko wenig. Ich bin extrem darauf bedacht, mir kein Corona einzufangen. Seit 1. März 2020 habe ich kein Flugzeug, keinen Zug und keinen ÖPNV von innen gesehen. Die einzige Ausnahme war die Schifffahrt auf dem Königsee im Herbst und da war ich „not amused“, dass die Schifffahrtsgesellschaft die Boote komplett gefüllt hatte und nicht wie auf der Webseite beschrieben, mit verminderter Kapazität fährt. Nach der Reise hatte ich mehrere Kontakte mit niedrigem Risiko in der Corona-App. Ich weiß natürlich nicht, ob diese mit dem Gruppenkuscheln auf den Booten zusammenhängen, aber seit der Reise bin ich nur noch bei „keine Risikokontakte“.

Die eine Frau von der DEHOGA ist ständig in den Medien zu sehen. Gibt es im Bereich Caravaning/WoMo/Stell- und Campingplätze etwas vergleichbares? Mein Gedankengang ist bestimmt nicht vom Himmel gefallen, aber bis jetzt habe ich in den Medien nicht mitbekommen, dass ein Verband mit meiner Theorie öffentlichkeitswirksam Forderungen gestellt hat.

Wer ist das ganze Jahr mit einem WoMo unterwegs? Die Zielgruppe ist abgesehen von der Van Life-Generation etwas gesetzter und da wird die Mehrheit ein Interesse am Eigenschutz haben. Von daher stelle ich mit dem Beitrag die Frage nach der Verhältnismäßigkeit.

Ich nehme jetzt mal den Klassiker: Die Platte in Cuxhaven. Dann ist das Restaurant und Bierlokal „Sturmflut“ eben geschlossen, aber bei der Fischbude Knobloch am Hafen sollte es kein Thema sein, sich mit Abstand anzustellen. Bei solchen Stellplätzen wie der Platte, könnte auch nur jeder zweite Parkplatz belegt werden, um Abstände zu schaffen.

Das ganze Land geht auf dem Zahnfleisch und ich wage keine Prognose, inwieweit sich das Hamsterrad von 2020 durch die Virusmutationen in 2021 und den Folgejahren weiterdrehen wird. Soziale Kontakte auf ein Minimum reduzieren und Abstand halten, ist mit WoMos aber sehr einfach möglich.

Auf dem Rückweg vom Werner-Rennen hatten wir auf dem Stellplatz an der Ilmenauhalle in Bienenbüttel übernachtet. Dort waren wir abends angekommen und morgens hatte ich aus dem Fenster andere Gäste mit den Hunden Gassi gehen sehen. Einen persönlichen Kontakt gab es weder abends bei der Anreise noch morgens bei der Abreise.

Caravaning war 2020 eine Boom-Branche. In der Politik (vor allem in Hessen) heißt es immer mit Augenmaß zu agieren (ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten 12 Monaten Volker Bouffier das Wort „Augenmaß“ habe hören sagen). Aus oben ausgeführten Gründen, finde ich es falsch, den Osterferien jetzt schon eine komplette Absage zu erteilen.

Letztes Jahr auf den Lofoten hatten wir zwei Cabins gemietet. Der Schlüssel lag in einem Schlüsseltresor und wir hatten den Pin-Code dafür nach erfolgreicher Bezahlung per Mail mitgeteilt bekommen und hatten die Vermieter nie persönlich gesehen. Mit solchen Systemen wäre auch eine Übernachtung in Ferienwohnungen kontaktlos möglich.

Hotels sind für touristische Zwecke aktuell ohnehin geschlossen und ich habe auch kein Interesse daran, im Moment in einem Hotel zu übernachten. Mit WoMos oder Ferienwohnungen gibt es genug Optionen on Tour zu sein, ohne fremden Personen zu nahe zu kommen.

Natürlich ist es in gewisser Weise unfair, WohnmobilistInnen mehr Freiheiten einzuräumen als Hotel-TouristInnen. Wohn-/Reisemobile sind nicht gerade günstig und gerade 2020 haben viele Leute viel Geld investiert, um mit möglichst niedrigem Infektionsrisiko unterwegs zu sein. Von daher würde ich beim Beherbergungsverbot zwischen Hotels und Stell- und Campingplätzen bzw. Ferienwohnungen differenzieren.

Kategorie: News

von

Hi, ich bin Thomas und Co-Autor hier im Blog. Noch habe ich kein eigenes Wohnmobil und bin somit nur "Mitfahrer" bei meinem Bruder. Wenn ich mitfahre, dann bin ich für Fotos und Videos zuständig und nach einer Reise schreibe ich auch gerne darüber. Außerdem kümmere ich mich um die Technik hinter dem Blog.

2 Kommentare

  1. Harald sagt

    Sehe ich auch so, unsere Politiker denken jedoch in anderen Dimensionen. Oft auch unterirdisch.

  2. Es wäre so schön, wenn man wieder mit dem WoMo losziehen könnte.
    „Caravaning war 2020 eine Boom-Branche.“ Das ist allerdings weniger schön, denn die letzten Jahre war es schon zum Teil nicht mehr lustig auf überfüllten Stellplätzen und Campingplätzen, die man ein Jahr im voraus buchen muss.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.