Schweiz, Stell- und Campingplätze
Kommentare 1

Fischers Fritz Camping in Zürich

Wir waren mittlerweile drei Jahre in Folge im August auf dem Campingplatz Fischers Fritz in Zürich. 2018 war ich dort mit befreundeten FotografInnen verabredet und während wir bereits auf der Anfahrt über Blumberg waren, bekomme ich eine Nachricht, dass an dem Wochenende Streetparade in Zürich ist. Zunächst hatte ich mir keine großen Gedanken darüber gemacht. Nachdem ich dann aber im Internet geschaut hatte, dachte ich: „Ups“. Mit ca. einer Million Besuchern ist es die größte noch regelmäßig stattfindende Techno-Festival der Welt.

Von daher war ich etwas überrascht, dass ich vier Wochen vorher noch problemlos einen Platz bei Fischers Fritz Camping buchen konnte. Der Campingplatz liegt in Wollishofen direkt am Zürichsee und bis zur Seepromenade sind es nur ca. 3,5 Kilometer.

Frankfurt’s Campingplätze an der Mainkur am Main oder in Eschersheim an der Nidda liegen deutlich weiter vom Stadtzentrum entfernt als Fischers Fritz. Dazu liegen die Plätze nur an einem Fluss und nicht direkt am See – das ist schon noch einmal eine andere Hausnummer. Die Lage ist genial. Direkt vor der Einfahrt ist eine Bushaltestelle. Mit dem Bus sind es ohne Berufsverkehr und Rush Hour keine zehn Minuten bis zum Bürkliplatz. Mit dem Fahrrad sind etwa zehn Minuten bis in die Innenstadt, und zu Fuß ist es eine gute halbe Stunde. Der Abschnitt bis zum Bahnhof Wollishofen entlang der Straße ist etwas trist. Aber danach gibt es fast nur noch Wege durch Grünanlagen und am Seeufer entlang.

2019 waren wir wieder zum Wochenende der Streetparade vor Ort. Dann wird dort jeder Zentimeter Wiese sowie der Beachvolleyballplatz und der Kinderspielplatz für Zelte genutzt. Trotz des Partyvolks auf dem Campingplatz sind gleichzeitig auch Familien mit kleinen Kindern oder Rentner dort. Vom Hörensagen her soll es früher zur Parade sehr schlimm auf dem Campingplatz gewesen sein. Mittlerweile sorgt Security für Ruhe und Ordnung und zwischen 1 Uhr und 9 Uhr ist keine Musik erlaubt.

Für dieses Jahr hatten wir nicht das Streetparade-Wochenende gebucht. Auf Grünstreifen entlang des kleinen Hafens standen keine Zelte sondern das Restaurant hatte dort Liegen aufgestellt.

Selbst an einem gut besuchten Wochenende geben sich die Campingplatzbetreiber alle Mühe die sanitären Anlagen in Schuss zu halten. Vor allem am späten Vormittag ist dort so ein Andrang, dass das Personal kaum eine Chance hat die Toiletten für eine Reinigung zu sperren. Toiletten und Duschen sind räumlich voneinander getrennt und vor den Räumlichkeiten gibt es überdachte Waschenbecken im Freien.

Da wir dieses Jahr nicht zur Streetparade da waren, war rund um die Uhr alles bestens. Um in die Räumlichkeiten zu kommen, benötigt man einen 4-stelligen Zahlencode.

Ver- und Entsorgung ist auf dem Campingplatz selbstverständlich vorhanden. Bei der Entsorgung kann man allerdings Pech haben, dass irgendjemand trotz Parkverbot die Station blockiert bzw. beengt. Die Entsorgung ist an der Durchfahrt von der Rezeption zu den Stellplätzen und der Gulli ist etwas weit in einer Ecke, sodass eine Entsorgung von Grauwasser mit einem großen Wohnmobil kaum möglich ist. Dafür gibt es aber rund um Zürich an den Autobahnen mehrere Parkplätze und Raststätten, die Ver- und Entsorgung für Grauwasser anbieten.  Für das Chemoklo gibt es einen Entsorgungsraum im Gebäude der Rezeption. 

Strom ist natürlich verfügbar, aber je nach Stellplatz können es einige Meter bis zur nächsten Stromsäule sein. Von daher empfiehlt es sich, ausreichend Verlängerungskabel mitzunehmen.

Neben der Rezeption, die sich in einem alten Straßenbahnwagon befindet, ist mit dem Lädeli ein Mini-Market, der alles für die Grundversorgung hat. Zudem gibt es dort morgens frische Backwaren und für die Zeltcamper eine Kaffeemaschine (2,5 CHF für einen Automatenkaffee).

Vor dem Shop ist eine überdachte Terrasse mit einigen Sitzmöglichkeiten. Diese wird von den Zeltgästen bei Regen sehr gerne genutzt. Teilweise sitzen dort Leute auch mit Laptop und vielleicht arbeiten dort auch Digital Normads.

Zur Anlage gehört auch das gleichnamige Restaurant. Dort waren wir aber noch nie Essen. In Zürich habe ich wenig Vergleichsmöglichkeiten, aber es liegt preislich in dem Rahmen, den ich von Restaurants in der Altstadt kenne. Ein Blick auf die Gäste und den Parkplatz am Abend lässt aber den Schluss zu, dass es eher gehoben ist.

Für die Grillfreunde gibt es direkt am Binnenhafen eine überdachte Grillstation mit zwei Holzkohlegrills und zwei Elektrogrillplatten. Grillfleisch wird auch im Lädeli verkauft. Bei den Fleischpreisen in der Schweiz lohnt es sich, in Deutschland einzukaufen (kleiner Tipp: Bei der Anreise über die A81 und Schaffhausen gibt es in Blumberg den Werksverkauf des Schwarzwaldhofs). Da die Schweiz gegenüber der EU ein Drittland ist, gibt es eine Mengenbeschränkung bei der Fleischeinfuhr.

Wie erwähnt gibt es auf dem Campingplatz das Restaurant für ein romantisches Dinner direkt am Seeufer mit einem grandiosen Blick in Richtung Zürich. Das Kulturzentrum Rote Fabrik ist keinen Kilometer entfernt und somit in Laufweite.

In beiden Richtungen vom Campingplatz gibt es jeweils ein Restaurant. Ansonsten ist es dort sehr ruhig. Kleine Supermärkte gibt es beim Bahnhof Wollishofen und in Kilchberg. Ich war dieses Jahr mit dem Fahrrad beim Supermarkt in Kilchberg und dann hatte es angefangen zu regnen. Da habe ich den Schirm ausgepackt, habe das Rad geschoben und war ich auch in 20-25 Minuten trocken zurück auf dem Campingplatz.

Durch die Nähe zur Innenstadt gibt es natürlich alle Möglichkeiten, die ein Citytrip in eine Großstadt bietet.

Zum Campingplatz gehört die Wakeboard Academy und dort wird alles rund um Wassersport angeboten: Wakeboard, Wasserski, Stand Up Paddeling und Bootsverleih. Für Kinder gibt es ein großes Trampolin und auf der Anlage gibt es einen Fußball- sowie Beachvolleyballplatz.

Ich wollte 2018 nach Zürich, um befreundete FotografInnen zu treffen und mein Bruder wollte dorthin, um mit dem Fahrrad um den See zu fahren. Mit Radfahren habe ich eigentlich wenig zu tun und gehöre ehr zur Fraktion Fußgänger/Wanderer. Da ich 2020 wegen Corona aber nicht mit ÖPNV fahren wollte und auch den Trubel der Großstadt nicht brauchte, hatte ich mich auf das Fahrrad gesetzt.

Am Samstag ging es vom Campingplatz aus im Uhrzeigersinn um den See bis zur Fähre Meilen-Horgen und das waren etwa 35km. Am Sonntag ging es zur Fähre Horgen-Meilen und dann im Uhrzeigersinn um den See zurück bis zum Campingplatz. Mit Abstechern waren das etwa 70km und da die Topografie nicht ziemlich flach ist, war das auch für mich als ungeübter Analogtreter kein größeres Problem. Es kam mehr auf Sitzfleisch als auf Kraft und Ausdauer an.

Ziel für nächstes Jahr ist für mich, die komplette Seerunde zu radeln. In zwei Abschnitten bin ich sie schon gefahren und mit Radwegen ist sie vorbildlich ausgebaut.

Zu zweit mit einem Wohnmobil auf einem der Premiumplätze zahlen wir mit Strom etwas über 160 CHF für ein etwas verlängertes Wochenende von Freitag bis Montag. Das Preisniveau ist höher als in Deutschland, aber so viel kann auch schnell für ein Einzelzimmer für eine Nacht in Zürich City Centre pro Nacht gezahlt werden.

Ich kann den Campingplatz nur uneingeschränkt empfehlen. Sonst wäre wir bestimmt auch nicht drei Jahre in Folge dort gewesen. Ich freue mich jetzt schon auf nächsten Jahr. Das liegt natürlich auch daran wieder Freunde in Zürich zu sehen, aber auch daran das mediterrane Flair am See eine Stunde hinter der Landesgrenze zu genießen.

Kategorie: Schweiz, Stell- und Campingplätze

von

Hi, ich bin Thomas und Co-Autor hier im Blog. Noch habe ich kein eigenes Wohnmobil und bin somit nur "Mitfahrer" bei meinem Bruder. Wenn ich mitfahre, dann bin ich für Fotos und Videos zuständig und nach einer Reise schreibe ich auch gerne darüber. Außerdem kümmere ich mich um die Technik hinter dem Blog.

1 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.